Traurigkeit – Was hilft?

Manchmal möchte man sich einfach in seinem Bett verkriechen. Weil das Wetter so schmuddelig ist, dass einen selbst der Blick aus dem Fenster frösteln lässt. Oder weil man sich einfach nicht nach aufstehen fühlt. Weil man lieber mit seinen momentanen Begleitern Traurigkeit und Seelenschmerz abhängt und sich seinem Leiden mit Leidenschaft hingibt.

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Traurigkeit, ein überwältigendes Gefühl

Es gibt Momente im Leben, da ist einem einfach nicht nach Lachen, Lächeln, Fröhlichkeit. Die Gründe sind oft so unterschiedlichen wie die Menschen selbst. Manchmal ist einem bei einem kleinen Alltagsproblemen nach Heulen zu Mute, einfach weil grade irgendwie gar nichts mehr geht. Oder wir sitzen weinend da und wissen weder warum, noch wie wir damit wieder aufhören können. Unsere Gefühle überwältigen uns und machen auch keine Anstalten, sich wieder zusammen zu raufen und sich an ihre guten Manieren zu erinnern. Bei Traurigkeit ist dies besonders schlimm. Wenn wir richtig traurig sind und trauern, verzweifeln, wehklagen, kann uns meist nur wenig wieder aufmuntern. Manchen Menschen hilft dabei ein gutes Gespräch – die innige Verbindung zu einem Vertrauten, dem man alles erzählen kann. Bei solch einem intimen Gespräch wurde ich vor kurzem gefragt, wie ich eigentlich mit Trauer umgehe. Was kann man tun, um Traurigkeit zu begegnen?

Was hilft gegen Traurigkeit?

Da ist mir so schnell gar keine passende Antwort eingefallen. Ich bin mir nicht sicher, es ist ja auch irgendwie schwer vorherzusehen, was man in einer bestimmten traurigen Situation braucht. Generell hilft mir Ablenkung und der Kontakt mit Anderen. Mit Freunden und Familie über traurige Erlebnisse zu sprechen ist für mich eine große Kraftquelle, aber ich mache auch viel mit mir selbst aus. Bei einem Spaziergang an der frischen Luft scheinen meine Emotionen wieder an den richtigen Platz geweht zu werden und ich habe schnell wieder mehr Ordnung in meiner Gefühlswelt. Oh und Sport in irgendeiner Form, das hilft vor allem bei Wut 😉

Hier also ein paar Tipps was du tun kannst, wenn du deine Traurigkeit los werden willst:

Ablenkung

Wenn du von Traurigkeit nur so übermannt wirst, beispielsweise wenn ein geliebter Mensch stirbt, verdrängen viele Menschen im ersten Moment die negativen Gefühle. Sie lenken sich ab mit Arbeit oder anderen Aufgaben und möchten sich einfach nicht mit dem Thema auseinander setzen. Das ist prinzipiell erst mal ok. Manchmal kann das auch als Schutzmechanismus dienen, um den Menschen nicht zu überfordern. Doch nach und nach solltest du versuchen, dich mit der Situation auseinander zu setzen. Denn wenn man schlimme Gefühle zu lange unterdrückt wir alles nur noch schlimmer. Nimm dir einfach die Zeit die du brauchst, jeder geht mit solch einer Situation anders um.

Achtsamkeit

Der Begriff Achtsamkeit ist ja inzwischen immer wieder präsent. Im Grunde geht es hierbei darum, alle Körpersignale und Gefühle bewertungsfrei anzunehmen und zu erleben. Auch bei Trauer ist dies sehr wichtig. Durch das Akzeptieren der Traurigkeit können wir es erst schaffen, sie zu verarbeiten. Also vergiss nicht, dass es gut ist, nach schlimmen Erlebnissen Trauer zu empfinden. Das zeigt dir nur, dass dir etwas wichtig war und du nun bedauerst, was passiert ist. Ein völlig normales Gefühl, dass man spüren sollte um es dann weiterziehen zu lassen.

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Bewegung und Austausch

Bewegung bringt deinen Kreislauf in Schwung und das und die Sonnenstrahlen führen zu Serotoninausschüttung. Das körpereigene Glückshormon bringt dich wieder in eine andere Stimmung und du fühlst dich besser. Ob du alleine Joggen gehst um deine Gedanken zu sortieren oder mit einer Freundin einen Spaziergang unternimmst kommt ganz darauf an, nach was dir gerade der Sinn steht. Seine Gedanken mit Anderen zu teilen hilft vielen Menschen, da sie so einen neuen Blickwinkel auf die Situation erhalten. Vielleicht hast du ja etwas übersehen oder versteifst dich zu sehr auf Kleinigkeiten des Erlebten – die Einschätzung eines Vertrauten hilft hier oft weiter.

Positive Gedanken

Gar nicht so leicht, positiv zu denken wenn man traurig ist. Aber umso wichtiger ist es! Denn im Endeffekt bestimmen unsere Gedanken unsere Stimmung, denn Situationen sind selten an sich negativ, sondern weil wir sie als negativ bewerten. Und diese Bewertungen können wir selbst steuern! Wenn du wegen einem schlimmen Erlebnis traurig bist, überlege ob sich hieraus nicht auch etwas positives ergeben hat. Vielleicht haben dir deine Freunde durch ihre Unterstützung gezeigt, wie sehr sie dich mögen und eure Beziehung hat sich noch intensiviert? Oder du hast einen Fehler gemacht, den du nun nie wieder machen wirst? Die Art wie wir Situationen bewerten beeinflusst unser gesamtes Leben, denke also auch noch mal ein drittes und viertes mal darüber nach, ob wirklich alles so ist wie du denkst. Vielleicht hilft dir auch ein Tagebuch, in dem du deine positiven Erlebnisse des Tages festhälst? Das lässt den Tag in einem positiven Licht erscheinen und so kannst du dich immer daran erinnern, was du schönes erlebt hast.

Traurigkeitssymptome kennen

Jeder Mensch geht anders mit Trauer um. Lass dir auf keinen Fall von anderen einreden, dass dein Weg der falsche sei. Es gibt verschiedenste Symptome die Menschen spüren, wenn sie traurig sind. Solange die Traurigkeit nicht zu einer Depression wird (siehe „Gefahren erkennen“) ist jedes dieser Symptome vollkommen natürlich:

  • Unglaube, da es uns schwer fällt die Situation zu akzeptieren
  • Verwirrung, die es uns erschwert uns zu konzentrieren, uns vergesslich macht
  • emotionale Taubheit, die dich davor schützen soll, dass dein Gehirn überwältigt wird
  • Ängstlichkeit
  • Erleichterung, ein Gefühl für das wir uns besonders oft schämen. Es ist aber genauso berechtigt, wie jedes Andere
  • körperliche Veränderungen, wie Atemnot, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche, Müdigkeit oder Schlafschwierigkeiten

Bei Trauer gibt es außerdem verschiedene Stufen, die man bei Verlust durchlebt: Leugnen, Wut, Betteln, Depression und Akzeptanz. Diese können unterschiedlich stark, in anderer Reihenfolge oder immer wiederkehrend auftreten. Auch hier gilt: jeder Mensch trauert anders, lass dir nicht einreden wie du trauern solltest.

Gefahren erkennen

Leider können sich aus „normalen Gefühlen“ manchmal chronische Krankheiten entwickeln. Wenn du also schon lange traurig bist und das Gefühl hast, dass du dich selbst nicht mehr aus dieser dunklen Phase befreien kannst, solltest du unbedingt mit einem Experten darüber sprechen. Mache einen Termin bei einem Psychotherapeuten oder Arzt, der sich gerne deine Geschichte anhören und versuchen wird, dir zu helfen. Alle Symptome eines trauernden Menschen können gleichzeitig die Symptome einer Depression sein. Hinweise auf eine Depression bestehen, wenn die Traurigkeit konstant vorhanden ist und dein tägliches Leben beeinträchtigt. Spätestens wenn du jedoch über Selbstmord nachdenkst, solltest du dir dringend Hilfe suchen! Eine Depression wird in der Regel schlimmer, je länger sie unbehandelt bleibt.

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Letztlich hilft gegen Traurigkeit am besten, sich mit ihr auseinander zu setzen. Erkenne deine Symptome, begreife warum du dich so fühlst und was du daraus lernen kannst. Nutze dein soziales Netz und sprich mit anderen über deine Gefühle. Und vergiss nicht: jeder geht anders mit Traurigkeit um, finde deinen eigenen Weg.

Alles liebe und einen hoffentlich nicht so traurigen Tag, deine

Annka Die Schönheit des Lebens

 

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