Torres del Paine Nationalpark, Patagonien, Chile – #3

Der Torres del Paine, einer der bekanntesten Nationalparks Chiles, liegt ganz im Süden in Patagonien. Herzstück sind die drei Torres, die mehr als 2000m in die Höhe ragen. Eine mehrtägige Tour bietet einen tollen Überblick über die atemberaubende Landschaft Patagoniens.

Von Puerto Natales aus werden unzählige Touren in den beliebten Nationalpark angeboten. In 4 Stunden schafft man es vom Bus zu den drei Torres, die man nach etwa 750 Höhenmetern erreicht. Steigungen bis zu 26° sollte die Kondition hier schon mitmachen. Doch neben diesem viel gelaufenen Tagestrack gibt es noch einige Wanderwege, die sich rund um das Felsmassiv der Torres schlängeln. Im Norden und Osten eröffnen sich einem zahlreiche Ausblicke fern ab des Massentourismus. Hier kämpft man sich auch mal stundenlang allein durch den Wind. Und die Aussichten fühlen sich noch um einiges spektakulärer an, wenn man dafür einen stundenlangen Aufstieg hinter sich gebracht hat.

Östlich der Torres

Rund um den Campamento Serón bietet sich den Wanderern der Blick über kilometerweite Blumenwiesen und ruhige Hügellandschaften. Flüsse und Seen schlängeln sich durch das Tal. Je nach Tag und Uhrzeit ist es regnerisch, stürmisch oder sonnig und warm. Auf den Wiesen grasen die Pferde der Ranger und es gibt jede Menge Vögel in den Wäldern zu beobachten.

Nördlich der Torres

Der Norden ist geprägt vom Lago Dickson, an dessen Ufer der Campamento Dickson liegt. Hier treiben riesige Gletscherstücke im Wasser und dank den nebelverhangenen Berggipfeln fühlt man sich hier tatsächlich wie am Ende der Welt. Außer Pferden und Füchsen leben hier vor allem Stechmücken, die sich von jedem Abwehrversuch völlig unbeeindruckt zeigen. Am eindrucksvollsten ist jedoch die knapp 20 km lange Strecke zwischen dem östlichen Serón und dem nördlichen Dickson. Ein Trampelpfad entlang der steilen Hänge führt einen bergauf und bergab, über Felsen und durch kleine Wäldchen. Der extreme Wind verhindert das Gehen immer wieder, so dass dies je nach Wetterlage eine recht extreme Erfahrung ist.

Die Torres del Paine

Zu den Torres selbst führt ein anfangs sehr breit getretener Schotterpfad den steilen Berg hinauf. Nach etwa zwei Stunden schlängelt sich ein enger Pfad durch den Wald entlang eines reisenden Flusses immer weiter bergauf. Durch kleine Bergbäche und über wackelige Holzbrücken führt der Weg immer weiter hinauf zum Aussichtpunkt direkt am Fuß der drei Torres.

Nach etwa drei Stunden ist der höchstliegende Campamento des Nationalparks erreicht. In einem Wäldchen steht eine Rangerhütte, es gibt ein Klohäuschen ohne Klopapier und Waschbecken, das für fünf Stunden am Tag geöffnet ist, und das wars. Zum Waschen geht man an den kleinen Bergbach, der mitten durchs Camp fließt. Er dient gleichzeitig als Spülmaschine und Trinkwasserspender, ein absoluter Alleskönner. Zum Abendessen gesellt sich ein Fuchs ins Camp, der sich von den Menschen wenig beeindruckt zeigt. Abends im Zelt hört man den Bach wenige Zentimeter entfernt entlang plätschern, den Wind in den Baumkronen rauschen und einige der alten Bäume gefährlich knarzen. Auf jeden Fall einer der schönsten Schlafplätze, die man im Nationalpark findet.

Der Nationalpark Torres del Paine ist ein wunderschönes Stückchen Landschaft, deren abwechslungsreiches Wetter und Aussehen sehr beeindruckend ist. Und wir haben den höchsten Pass und den Grey-Gletscher nicht einmal gesehen. Es gibt also viel zu entdecken und Kilometer zurückzulegen. Warst du selbst schon einmal dort? Was war dein Eindruck, was hat dir am besten gefallen? Oder planst du vielleicht einen Trip nach Patagonien? Ich hoffe, ich konnte dich so oder so inspirieren und dir die Natur am Südende Chiles ein bisschen näher bringen. In Punta Arenas und bei den Pinguinen auf der Isla Magdalena hat es mir übrigens auch schon gut gefallen.

Liebe Grüße aus Patagonien

Annka Die Schönheit des Lebens

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