Rainbow Mountains, Peru – #20

In einer wunderschönen Landschaft nördlich von Cusco befinden sich die bunten Felsen der Rainbow Mountains. Ein kräftezehrender Aufstieg wird wie so oft mit einem tollen Ausblick belohnt.

Wenn man in Cusco durch die Straßen läuft, werden einem an jeder Ecke Touren zu den Rainbow Mountains angeboten. Der Wanderweg zu den bunten Felsformationen scheint mit etwa sechs Stunden für Auf- und Abstieg machbar und außerdem wir man mit Fotos wie dem oben gelockt. Das hier vielleicht ein wenig mit Photoshop nachgeholfen wurde, ist wohl jeden Touristen klar, aber eine Wanderung haben wir natürlich trotzdem gebucht.

Was haben wir uns da nur wieder eingebrockt

Um 3 Uhr nachts holt uns ein kleiner Bus am Hostel ab und wir fahren mir unserer Wandergruppe ins Hinterland. Nach einem Frühstück auf dem Hof einer Familie in einem Dorf irgendwo im Nirgendwo geht es die letzten Kilometer zum Startpunkt der Wanderung. Natürlich sind wir nicht die einzigen Touristen und vermutlich auch nicht die am schlechtesten vorbereiteten. Aber als unser Guide uns zu Wanderstöcken rät und erklärt, dass er für den Notfall Sauerstoffflaschen im Rucksack hat, wird uns dann doch ein bisschen mulmig. Aber jetzt sind wir schon mal hier und so schlimm kann es schon nicht werden.

 Der Aufstieg

Die ersten Höhenmeter legen wir auf einem matschigen Trampelpfad zurück, bei dem schon die ersten das erste mal ausrutschen. Außerdem kostet die Höhe von über 4200 Höhenmeter mal wieder einiges an Atemzügen. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir ein kleines Tal in dem jede Menge Einheimische mit ihren Pferden auf die Touristen warten. Einige unserer Gruppe, vor allem die in Chucks und anderen rutschigen Turnschuhen, entscheiden sich hier ein Pferd für den aufstieg zu mieten. Wir anderen stapfen weiter durch Schlamm und Matsch nach oben. Nach ein paar Kilometern wird das Tal so weitläufig, dass man der Schlammpiste entgehen kann, indem man einen neuen Pfad außerhalb des schon bestehenden Matschfeldes geht.

Ein kleiner Wetterumschwung gefälligst?

Gerade als ich mich an das stetige Bergauf gewöhnt hatte, fing es an zu regnen. Der kurzdarauf folgende Graupel und die Schneeflocken, die bald auf meinen Wanderstiefeln lag, vertrieben dann vollends die Motivation. Die letzte Stunde quälten wir uns in eisigem Schneeregen den Berg hinauf. Die Rainbow Mountains wurden von Nebelfeldern verdeckt und irgendwie wirkte das ganze nicht so vielversprechend. Als wir endlich oben ankamen, verzog sich der Nebel langsam und wir hatten endlich einen guten Blick auf die bunten Felsen auf über 5000 Metern Höhe! Natürlich waren sie nicht mal annähernd so bunt wie auf den tollen Photoshop Bildern. Aber das hatte ja auch keiner von uns erwartet 😉 Allein der Stolz es doch noch nach oben geschafft zu haben und dem ungemütlichen Wetter getrotzt zu haben, fühlte sich schon super an. Und bunt sind die Felsen natürlich trotzdem, nur nicht ganz so kräftig wie auf dem Foto oben. Aber ein ganz besonderes Naturschauspiel ist es natürlich allemal.

Und jetzt der einfache Teil

Der Abstieg war mal wieder sehr viel einfacher. Weiter unten im Tal hatte es nicht geregnet, so dass der Weg fast als gut passierbar beschrieben werden könnte. Unten erwartete uns unser Bus und der gut gelaunte Guide, der jeden einzelnen beglückwünschte. Ein Abendessen und eine weitere nicht endende Busfahrt später fielen wir totmüde ins Bett. Wie gut, dass am nächsten Morgen schon der Bus zum Machu Picchu auf uns wartete… Aber davon erzähle ich später.

Die Rainbow Mountains waren trotz der völlig überzogenen Fotos, die man überall findet, wunderschön und der Aufstieg zeigte uns einmal mehr, dass unsere Körper so einiges schaffen können. Was war deine anstrengendste Wanderung bis jetzt? Erzähl mir gerne davon.

Liebe Grüße aus Peru

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