Neugier fördern – aber wie?

Das Verlangen, immer mehr zu wissen: Neugier. Neues zu lernen und Unbekanntes zu entdecken. Eine Kraft die uns antreibt und auf Fremdes zugehen lässt. So wichtig für jede Innovation und Kreativität, für Lernprozesse und die Weiterentwicklung jedes Einzelnen. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass uns diese Neigung in jungen Jahren abtrainiert wird. Soll ich denn nun neugierig sein? Und wie schaffe ich das?

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 Wird uns Neugier aberzogen?

Schon in der Schule hält sich jeder Schüler strickt an den Stundenplan. Jedes Interesse, das nicht auf dem Lehrplan steht, ist ein Hobby und damit weniger wert. So richtig viel Zeit hat man dafür ja sowieso nicht und deshalb beschränkt man sich ziemlich schnell auf die Aneignung von Wissen, das von einem verlangt wird. Kafka und Dürrenmatt wird gelesen, von Schiller und Goethe hat man aber keine Ahnung. Man lernt auswendig wie das Belohnungssystem im Gehirn funktioniert, aber hat immer noch nicht begriffen wieso man ständig Lust auf Schokolade hat.

Während des Studiums wird es auch nicht wirklich besser. Man lernt Unmengen an Informationen für Klausuren um sie drei Wochen später wieder vergessen zu haben. Da bleibt kaum Zeit, den eigenen Interessen nachzugehen und mal ein Buch zu lesen, das nicht auf der Literaturliste steht. Jetzt, am Ende meines Studiums, habe ich neben unzähligen unnötigen Informationen dennoch etwas wichtiges gelernt: Man sollte sich niemals seine Neugier nehmen lassen!

Nur mit Neugierde macht Lernen Spaß

Niemand lernt gerne Dinge die ihn nicht interessieren. Und klar, manchmal muss man da durch. Aber es lernt sich so viel einfacher, wenn deine Neugier für ein Thema dein Handeln leitet. Denn Neugier ist nicht nur eine Persönlichkeitseigenschaft, die manche Menschen insgesamt neugieriger macht als andere. Sondern sie ist auch eine Emotion! Ein momentaner Zustand, den jeder Mensch erleben kann und der durch die Umgebungssituation beeinflusst wird. Hierbei geht es vor allem um die epistemische Neugier, die das Bedürfnis beschreibt, zu Lernen, sich Wissen anzueignen, den Kopf anzustrengen um sich Neues zu erarbeiten. Es gibt vier wichtige Punkte die du beachten solltest, wenn du in einer Situation so eine Art Neugier hervorrufen möchtest, egal ob bei dir selbst oder Anderen:

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Vier Merkmale von Situationen, die Neugier möglich machen

1. neu

Eine Situation, die unsere Neugier weckt indem sie neue Informationen bietet und dennoch nicht bedrohend ist.

2. widersprüchlich

Wiedersprüche und Verwirrung machen uns neugierig – Was ist da los? Wieso ist das so? Aber zu verwirrend sollte die Situation natürlich trotzdem nicht sein, wir müssen immer das Gefühl haben sie bewältigen zu können.

3. ungewiss

Situationen die unsere Neugier wecken, haben meist einen ungewissen Ausgang. Wir erhalten zwar Informationen, wissen aber noch nicht so wirklich wo das Ganze hinführen soll.

4. komplex

Außerdem sind solche Situationen oft komplex und vielseitig. Sie fordern unsere Fähigkeiten, sollten uns jedoch nicht überfordern!

Und warum ist Neugier so wichtig?

Weil wir so kreativer und offener für Neues werden, wir sind motivierter und lernen lieber. Neugier hat so viele positive Auswirkungen, dass sogar Arbeitgeber sich für diese Persönlichkeitseigenschaft interessieren. Denn neugierige Mitarbeiter sind flexibler, brechen lieber mit Routinen und finden schneller neue Wege zum gewünschten Ziel. Neugier macht uns innovationsfähig. Und genau das ist für jeden Unternehmen wichtig, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Wir warten jetzt also auf Situationen, die uns neugierig machen?

Naja, eben nicht! Such sie dir, erschaffe sie! Denn Neugier lebt vor allem von deiner Initiative! Sei lernbereit, offen für Neues und eigenverantwortlich. Erfreue dich an alle dem Schönen in der Welt und lass es dich dort hinleiten, wo es noch mehr Neues zu entdecken gibt. Wenn du noch mehr über die unsere Emotionen lesen möchtest, schau dir doch mal meinen Artikel zu diesem Thema an.

Was machst du um neugierig zu bleiben? Ich freu mich auf deine Erfahrungen und Tipps!

Ich wünsche dir einen Abend voller Neugier, deine

annka-Unterschrift

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