Minimalismus – Wie viel Besitz braucht ein Mensch?

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit dem Thema Minimalismus beschäftigt. Wie viele Dinge muss ich besitzen um glücklich zu sein? Und wann ist es zu viel? Seit sechs Monaten lebe ich aus ein paar Umzugskartons und bis jetzt hat mir nichts gefehlt. Wie viel Krams steht so in deiner Wohnung?

Mir ist das alles zu viel!

Ich genieße es, nur ein paar Dinge zu nutzen. Und selbst von den Sachen die momentan in meinem Zimmer stehen brauche ich eigentlich nicht alle. Man trägt ja doch immer die Lieblingsklamotten und viele Teile liegen eigentlich nur im Schrank. Wenn ich daran denke, dass ich in unserem Lagerraum noch kistenweise Kleidung habe, frage ich mich, ob ich die jemals wieder anziehen werde. In diesem Raum steht unser kompletter Hausstand, jede Menge Umzugskartons, Stühle und noch viel größere Möbelstücke. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich einen Großteil der Sachen gar nicht wirklich brauche. Klar, ein Sofa und das ganze Küchenzeugs brauche ich momentan nur nicht, weil ich immer in möblierten Wohnungen wohne. Aber in den Unmengen von Kartons müssen Unmengen von unnötigem Krimskrams, Klamotten und Zeug sein. Und irgendwie hab ich da grade so gar keine Lust drauf. Außerdem befürchte ich, dass ich die Sachen in einem Jahr, wenn ich das Ganze wieder auspacken muss, erst recht nicht mehr sehen kann…

Ein Jahr aus einem Rucksack leben

Das hört sich für mich gerade grandios an. Vermutlich hält das nur ein paar Wochen an, bis ich gerne wieder einen Schrank hätte und mich nicht immer durch einen Rucksack wühlen möchte. Aber die Reise zwingt mich dazu, genau zu entscheiden was ich brauche und was nicht. Wie viel Kleidung ist nötig? Auf was kann ich verzichten? Wenn man immer im Hinterkopf hat, dass man die Sachen auf dem eigenen Rücken tragen muss, erscheint plötzlich Vieles ziemlich unnötig. Statt einem Mäppchen voller Stifte reichen auch ein paar wenige. Ein einziger Gürtel ist absolut ausreichend, schließlich kann man eh nur eine Hose gleichzeitig tragen. Brauche ich verschiedene Ohrringe oder werde ich die sowieso nur verlieren? Oder mir unterwegs Neue kaufen? 😉 Dieses verrückte Abenteuer lässt mich darüber nachdenken was ich brauche und was für mich so wertvoll ist, dass ich es mitnehme, obwohl es nicht nötig ist. Wie beispielsweise ein Kamerastativ, dass sicherlich kein Muss ist, mir aber die Möglichkeit für ganz besondere Fotos bietet. Oder ein kleines Notizbuch, um eben doch mal ein bisschen zu zeichnen oder meine Gedanken auf Papier festzuhalten. Oder eine Jeans, einfach nur um mich mal nicht wie ein gammliger Backpacker zu fühlen. Minimalismus bedeutet für mich nicht, nur mit dem nötigsten auszukommen. Aber eben nur das zu besitzen, was ich gerne mag und mich nicht mehr belastet als Nutzen bringt.

Ich lass mich überraschen

Wie viel letztendlich von meiner Packliste in meinem Rucksack landet werde ich in drei Wochen sehen. Und was davon das kommende Jahr übersteht, ist vermutlich sowieso eine ganz andere Frage. Am interessantesten wird aber wohl sein, wie viel Besitz ich nach einem Jahr Aus-dem-Rucksack-leben ertragen kann. Momentan fühlt es sich unheimlich befreiend an, wenig zu haben. Aber vielleicht freue ich mich auch wieder auf meine schöne blaue Teekanne, die kuschligen Schals und meine Nähmaschine. Das werde ich wohl erst herausfinden, wenn ich wieder zurück bin. Deshalb genieße ich momentan die Vorstellung, wie aufregend spontan ein Leben ohne viel Hab und Gut sein wird. Ob das in Wirklichkeit nicht vielmehr nervig und unbefriedigend ist, wird sich zeigen.

Wie viel besitzt du?

Wie ist das bei dir? Hat sich bei dir über die Jahre auch allerlei unnötiger Krimskrams angesammelt? Oder achtest du bewusst darauf, nur das zu besitzen was du wirklich brauchst? Wann hast du das letzte mal so richtig ausgemistet? Würdest du dich als minimalistisch bezeichnen? Erzähl mir gerne, wie du das handhabst und schreibe mir einfach ein Kommentar!

Liebe Grüße und bis bald, deine

Annka Die Schönheit des Lebens

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