Eine Knochenmarkspende rettet Leben – Teil I

Wer sich bei DKMS als Stammzellspender registrieren lässt, hat vielleicht irgendwann mal das Glück, einem anderen Menschen das Leben zu retten. Aber wie läuft eine Stammzellspende eigentlich ab? Ich darf einen Knochenmarkspender begleiten und erzähle dir, wie es wirklich ist.

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Bist du eigentlich bei der DKMS als Stammzellspender registriert? Falls nein, was hält dich davon ab? Ich erzähle dir, warum du dich unbedingt dafür entscheiden solltest und dass eine Spende für dich ziemlich ungefährlich ist. Die Chance, dass du damit ein Leben rettest, ist hingegen ziemlich hoch!

Die Registrierung

Der erste Schritt ist die Registrierung bei der DKMS. Das kannst du entweder bei einer der Registrierungsaktionen vor Ort machen oder du bestellst dir online ein Set zur Registrierung, das dir kostenlos zugeschickt wird. Der Ablauf der Registrierung ist jedoch immer gleich: Du kaust eine Weile auf einem Wattestäbchen, gibst deine Kontaktdaten an und fertig! Ziemlich einfach also. Du schließt dich damit sechs Millionen anderen potentiellen Spendern an, die gerne jemandem das Leben retten möchten. Trotzdem findet immer noch jeder siebte Blutkrebspatient keinen passenden Spender. Es kommt hier also auf jeden Einzelnen an!

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Was passiert nach der Registrierung?

Dein Speichel wird nach der Registrierung auf verschiedene Merkmale untersucht und dann mit denen von Blutkrebspatienten verglichen. Sollte tatsächlich ein passender Empfänger gefunden worden sein, wirst du von der DKMS kontaktiert. Das kann auch noch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten passieren, denn leider erkranken jedes Jahr wieder Menschen an Blutkrebs. Vielen von ihnen hilft nur eine Stammzellspende von einem nicht verwandten Spender, um die Krankheit zu überleben. Jede Menge Infos hierzu findest du übrigens direkt bei der DKMS.

dkms knochenmarkspende

Der Knochenmarkspender, den ich während seiner Spende begleiten durfte, hat von der möglichen Spende durch einen Brief von der DKMS erfahren. Darin stand, dass er eventuell als Spender in Frage kommt und dies noch durch eine Blutprobe überprüft werden soll. Den Spender werde ich ab sofort übrigens Paul nennen, weil das irgendwie einfacher ist 😉

Für Paul wurde also ein Termin bei einem Arzt vor Ort ausgemacht und er musste hier zwei Blutproben abgeben, die der DKMS dann zugeschickt wurden. Dann hieß es warten. Denn jetzt wird überprüft, ob die Gewebemerkmale von Paul und dem Empfänger wirklich zusammenpassen. Das ist so wichtig, damit es nicht zu einer Abstoßungsreaktion kommt.

Die nächsten Schritte bis zur Knochenmarkspende

Kurze Zeit später erhielt Paul die Nachricht, dass die Merkmale seiner Stammzellen tatsächlich zu denen des Empfängers passen und er als möglicher Spender ausgewählt wurde! Nachdem Paul der DKMS zugesichert hat, dass er immer noch für eine Spende bereit ist, wurden ihm einige Fragebögen zum Ausfüllen zugeschickt. Hierbei ging es um bisherige Erkrankungen, welche Medikamente Paul regelmäßig einnimmt, ob er raucht usw.

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Es klappt! Paul wird Knochenmarkspender!

Wenn wirklich alles passt, wird ein Termin für die Voruntersuchung vereinbart. Außerdem wird natürlich ein Termin für die Spende gemacht, der sich auch nach den Präferenzen des Spenders richtet. Und es wird darüber aufgeklärt welche Art von Spende geplant wird. Es gibt zwei verschiedene Arten, wie dir deine Stammzellen entnommen werden können. Hierzu gibt es ein tolles Erklärvideo von der DKMS, schau es dir doch an wenn du wissen willst, wie das Ganze abläuft. Für Paul kam nur eine Knochenmarkspende in Frage.

Die Voruntersuchung

Die Voruntersuchung für die Knochenmarkspende findet in der Klinik statt, in der auch später die Spende stattfindet. Die Ärzte vor Ort schätzten mit Hilfe von Fitnesstests, Blutproben und anderen Untersuchungen ein, ob Paul körperlich zu einer Spende in der Lage ist. Außerdem bekam er viele Informationen zum Ablauf der Spende und konnte alle offenen Fragen mit dem Arzt klären. Wie du merkst, wird wirklich viel Wert darauf gelegt, dass für den Spender ein möglichst kleines Risiko für negative Folgen besteht. Im Prozess wird man auch regelmäßig erneut gefragt, ob man wirklich bereit für die Spende ist. Hier kann man jederzeit wieder alles abbrechen. Nachdem man am Tag der Voruntersuchung jedoch seine Zustimmung gegeben hat, gibt es kein Zurück mehr. Jetzt wird nämlich damit begonnen, zwei Wochen vor der Knochenmarkspende/ Stammzelltransplantation, die Zellen des Empfängers zu zerstören, damit sich die gesunden Stammzellen des Spenders im Körper verbreiten können. Würde es also nach zwei Wochen nicht zur Transplantation kommen, wären die Überlebenschancen für den Empfänger sehr gering. Umso wichtiger, dass man darauf achtet, dass einem in diesen Tagen nichts passiert und die Spende wie geplant stattfinden kann!

Im zweiten Teil meiner Knochenmarkspende-Reihe erfährst du, wie die Spende wirklich abläuft und wie es Paul währenddessen ergangen ist. Dafür musst du dich noch ein paar Tage gedulden…

Alles liebe, deine

annka-Unterschrift

 

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