Hsipaw und Goteik Viadukt, Myanmar – #40

Eine tolle Gegend um in Myanmar den Dschungel zu erkunden und entlegene Dörfer zu sehen ist um Hsipaw. Außerdem fährt man auf der Zugfahrt dorthin über das Goteik Viadukt, was mit den scheppernden burmesischen Zügen ein echtes Abenteuer ist.

Hsipaw liegt östlich von Mandalay im Shan Staat und ist eines der touristischsten Städtchen in der Gegend. In Myanmar heißt das allerdings nicht viel, mehr als zehn ausländische Touristen haben wir dort trotzdem nicht gesehen. Wir sind nach Hsipaw gekommen um eine Wanderung durch den Dschungel zu machen und einige der Dörfer im Hinterland zu sehen. Aber auch in der Stadt gibt es ein bisschen was zu sehen, besonders die alten Tempelanlagen haben uns gut gefallen.

Die Tour durch den Dschungel war ziemlich anstrengend. Das heiß-schwüle Klima macht das ständige Bergauflaufen sehr mühsam, der Ausblick vom Gipfel war aber mal wieder wunderschön.

Man läuft die ganze Zeit durch dichten Wald und sieht einige besondere Pflanzen und Tiere. Aber vor allem die Shan-Dörfer waren sehr beeindruckend. Hier leben Familien in kleinen Dorfgemeinschaften und bewirtschaften ihre Mais-, Erdnuss- und Sojafelder. Die Häuser sind aus Bambus gefertigt und die Familien haben oft viele Kinder, die auf den Feldern mitarbeiten. Außerdem spricht jedes Dorf eine andere Sprache, ziemlich verrückt wenn man bedenkt, dass sie nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind.

Ein weiterer Grund für uns nach Hsipaw zu gehen war die Fahrt mit dem Zug. Die Bimmelbahn überquert auf der Strecke das Goteik Viadukt, eine alte Eisenbahnbrücke die vor allem vom Zug aus etwas ganz besonderes ist. Die komplette Bahnstrecke ist nur eingleisig und bei entgegenkommenden Zügen muss man einfach im Bahnhof warten bis diese passiert haben. Von einer richtigen Bahntrasse kann man auch nicht sprechen, oft fliegen Blätterfetzen und Insekten durch das offene Fenster da der Zug man wieder einen Busch gestriffen hat. Und natürlich wackeln die Wagons wie in einem schlechten Film, von den Quietsch- und Scheppergeräuschen ganz zu schweigen. Wenn man sich grade an die Zugfahrt gewöhnt hat, bietet das Viadukt wieder etwas Aufregung.

Neben dem einen Gleis, aus dem die Brücke besteht, ist ein etwa 15 cm breites Metallstück und danach geht es bis zu 200 Meter in die Tiefe. Keine Pufferzone falls mal etwas aus dem Fenster fliegt, kein Geländer, kein Gitter, gar nichts. Einfach nur ein ziemlich tief unten liegender Wald. Der scheppernde Zug kriecht über das Viadukt  so dass man jede Menge Zeit für Fotos hat.

Einen kurzen Ausflug nach Hsipaw kann ich nur jedem Myanmarreisenden ans Herz legen kann! Die Zugfahrt zurück kann übrigens von 12 auf 8 Stunden verkürzt werden, wenn man in Pyn U Lwin aussteigt und mit einem Taxi weiter nach Mandalay fährt.

Viele Grüße aus dem noch recht untouristischen Myanmar, deine

 

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