Flohmarkt – Meine Tipps und Trödelerfahrungen

Den vergangenen Samstag habe ich mit meinem Freund auf dem Flohmarkt verbracht, um endlich die Berge an Zeug und Krams auf unserem Dachboden auf ein annehmbares Maß schrumpfen zu lassen. Und weil uns so einige Dinge aufgefallen sind, die wir beim zweiten Mal besser machen könnten, gibts jetzt unsere Flohmarkttipps für dich!

Flohmarkt Tipps und meine Erfahrungen

1. Der frühe Vogel hat den besten Platz

Wenn im Internet steht: „Einlass für Aussteller ab 6 Uhr“, dann sei um 6 Uhr da. So hart das ist, hier kann eine halbe Stunde später schon zu spät sein. Wir hatten Glück, denn obwohl wir erst um halb 7 dort waren, haben wir noch einen ziemlich guten Standplatz erwischt (allerdings eher zufällig). Die ganzen Profitrödler stehen nämlich schon um Punkt 6 auf der Matte und schnappen sich die besten Standplätze (die überdachten, die im Schatten, die in der Nähe der Essenstände, …). Steh also rechzeitig auf, dann hast du noch eine gute Chance auf einen schönen Stellplatz. Außerdem sind während der Aufbauzeit schon einige Sammler unterwegs und suchen nach den richtigen Schnäppchen. Wenn du da schon ein paar Kisten ausgepackt hast, kannst du also vielleicht schon vor Flohmarktbeginn den ein oder anderen Gewinn einfahren.

Für mich eine völlig neue Erkenntnis:

Nicht nur die Leute, die diese billigen Massenprodukte oder Ihre Ausbeuten aus Wohnungsräumungen auf Flohmärkten verticken, sondern auch ganz „normal“ wirkende Stände sind manchmal richtige Profis! Die verbringen einfach jedes zweite Wochenende auf dem Flohmarkt und kaufen sich gegenseitig ihre Ware ab 😉 Aber dadurch sind die auch immer interessiert an neuen Sachen, nutze das also ruhig aus und zeig was du zu bieten hast.

Flohmarkt Tipps und meine Erfahrungen (2)

2. Nützlichen Schnickschnack nicht vergessen

Es gibt so ein paar Sachen, die du auf keinen Fall vergessen solltest:

  • genügend Wechselgeld. Uns haben etwa 100 € in Münzen und kleinen Scheinen gereicht.
  • Plastiktüten oder Müllbeutel, vor allem wenn du größere Sachen verkaufst. Deine Kunden müssen das Erstandene schließlich auch irgendwie nach Hause bringen.
  • Wenn du Kleidung oder Schmuck verkaufst: Nimm auch jeden Fall einen Spiegel mit!
  • Genug Verpflegung, vor allem Getränke. Wer weiß ob du Zeit hast dir während dem Flohmarkt etwas zu kaufen.
  • Bequeme Stühle oder etwas zum Kofferaum auspostern, du sitzt hier schließlich ziemlich lange 😉

3. Wetterbedingungen bedenken

Schau dir unbedingt den Wetterbericht an. Wenn der Flohmarkt im Freien stattfindet, solltest du dich auf jeden Fall entsprechend vorbereiten (oder bei schlechtem Wetter erst gar nicht losziehen). Du brauchst also beispielsweise Regenplanen oder einen Sonnenschirm, Hut und Sonnencreme. Schließlich wirst du den ganzen Tag draußen verbringen!

Unseren Flohmarktsamstag haben wir bei strahlendem Sonnenschein verbracht, das ist also sicherlich eine der angenehmsten Wetterbedingungen 🙂 Nach 5 Stunden waren wir aber sehr froh, dass unser Kofferaumdeckel uns außreichend Schatten gespendet hat. Die Aussteller gegenüber hatten den ganzen Tag keinen Schatten und mussten zudem auch noch die ganze Zeit in Richtung Sonne gucken. Überleg dir also ein bisschen, wo und wie du deinen Stand aufbauen möchtest. Verkäufer mit Sonnenbrille sehen nämlich leider immer irgendwie unfreundlich aus 😉

4. Einen Stand sinnvoll aufbauen

Beim Aufbau unseren Standes habe ich mich vor allem auf meine eigene Käufererfahrung auf Flohmärkten verlassen. Kleiderstangen sind besser als Wühltische, sortierte Tische gefallen mir mehr als ein wildes Durcheinander, alles nur auf einer Ebene (zum Beispiel einer Decke auf dem Boden) verschenkt viel Raum uns ist als Kunde schwieriger zu überblicken.

Unser Stand sah deshalb in etwa so aus:

Flohmarkt Tipps und meine Erfahrungen Stand aufbauen

 

Baue deinen Stand so auf, dass alles Wichtige und Wertvolle nah bei dir steht, günstigere Sachen kannst du auch ganz vorne hin stellen. Achte immer darauf, dass die Kunden gut an alles heran kommen und nicht mit den Füßen irgendwelche Dinge umwerfen während sie die Waren auf deinem Tisch anschauen. Trotzdem sind schmale kleine Regale direkt vor deinen Tischen praktisch, um die Waren auf einer Art Treppe zu präsentieren. So ist alles gut sichtbar. Außerdem ist es super einen Ort zu haben, an dem „besondere“ Stücke präsentiert werden können. Bei uns war das zum Beispiel eine Wäschetrommel, die mittig vor unseren Tischen stand und auf die wir immer einzelne Kleidungsstücke gelegt haben. Dieses Teil wirkte wie ein blinkender Pfeil, jeder zweite Kunde hatte die Pullis, die darauf lagen, in der Hand. Wirklich verrückt wie der menschliche Verstand manchmal funktioniert.

Oh und versuche den Stand möglichst ordentlich zu halten. Am einfachsten geht das, wenn du regelmäßig eine Tour um deinen eigenen Stand machst und ihn dir mal aus Kundenperspektive anschaust. Wühltische mit Klamotten wirken leider nicht besonders schön und hier werden sowieso nur die obersten Dinge angeschaut. Das war auf jeden Fall auch eines unserer Probleme, weil wir einfach nicht genügend Kleiderbügel dabei hatten. Aber beim nächsten mal dann… Da würde ich vielleicht auch noch eine Treppenstufe mehr mit einbauen und noch etwas höher Stapeln, mal sehen 😉

5. Unser Boxensystem

Als echte Verkaufhits haben sich übrigens unsere „Boxen“ herausgestellt. Auf der Mitte unseres Tisches (roter Kreis auf der Zeichnung) stand eine kleine GRATIS-Box. Hier haben wir allerlei Krimskrams reingepackt, den wir sonst eh weggeschmissen hätten. Trotzdem sind viele Leute zum Stand gekommen, haben die Box durchgesehen und sich dann doch noch den Schmuck oder die Bücher nebendran durchgeschaut. Lock die Leute also erst mal zu dir, danach kannst du immer noch schauen wie du sie dazu bringst auch etwas zu kaufen 😉 Oft haben sich die Kunden aber auch einfach sehr darüber gefreut, etwas geschenkt zu bekommen 🙂

Zusätzlich hatten wir noch eine 1 € – Box, die auch mit lauter Krimskrams gefüllt war, den wir auf keinen Fall wieder mitnehmen wollten. Die Box war zwar am Ende immer noch recht voll, aber sie war wahrscheinlich einfach zu voll und unübersichtlich. Da werden wir uns also für nächstes Mal auch noch etwas praktischeres überlegen. Trotzdem sind wir auch hier einige Dinge losgeworden.

Auch ganz allgemein helfen Peisschilder, wenn du Dinge dringend loswerden magst. Ein „Alle Pullis für 2 €“-Schild lockt immer wieder Menschen an deinen Stand, die sich das Schnäppchen nicht entgehen lassen wollen. Und bevor du die Sachen in die Kleidersammlung gibst, sind zwei Euro ja die Mühe wert.

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6. Handel fair aber bestimmt

Ich plane bei meinen Preisangaben immer ein bisschen Spielraum für die Verhandlung mit ein. Wenn ich für eine Tasche noch 5 € haben will, sage ich also 8 € und schaue wie mein Gegenüber reagiert. Flohmarkt heißt nicht automatisch, dass du alles für 2 € verscherbeln musst. Wenn die Kundin bei deinen 8 € also ein schockiertes Gesicht macht und geht, hat sie einfach Pech gehabt. Auf dem Flohmarkt sind sehr viele Leute unterwegs, die anscheinend erwarten deine Dinge geschenkt zu bekommen, schließlich willst du sie ja nicht mehr haben. Für hochwertige Ware kannst du aber auch einen angemessenen Preis verlangen, ohne dich dafür entschuldigen zu müssen. Wenn du allerdings alles einfach nur loshaben willst, kannst du dir das mit dem Handeln auch sparen und es zum absoluten Tiefstpreis verkaufen.

7. Geteilter Spaß ist doppelter Spaß

Mein Tipp für dich: geh auf keinen Fall allein auf den Flohmarkt. Es macht einfach viel mehr Spaß zu zweit den ganzen Tag auf dem Trödelmarkt zu sitzen und es ist auch organisatorisch viel einfacher. Mehrere Kunden gleichzeitig sind kein Probelm, es kann immer einer ein Auge auf die teureren Sammlerstücke haben und auch Pinkelpausen sind möglich. Nimm dir ein bisschen Musik und bequeme Stühle mit und aus einem anstrengenden Tag auf dem Flohmarkt wird ein gemütlicher Samstagmorgen mit Freunden. Nur zu empfehlen!

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8. Sei offen und immer für einen Spaß zu haben

Rede mit den Menschen, die sich deine Sachen anschauen! Erzähle eine Geschichte zu deinen Produkten, erkläre die Funktionsweise oder wie bequem der Pulli ist, den die Frau vor dir gerade in der Hand hat. Geh auf Späße ein und sei einfach offen. Wir haben an diesem Tag viele witzige Situationen mit Fremden erlebt, einfach nur weil man an einem Flohmarktstand so gut ins Gespräch kommt.

Mein Fazit

Mir macht Flohmarkt wirklich Spaß, ich komme gern mit Leuten in Kontakt und wir waren auch recht erfolgreich. Für eine zweite Runde würde es natürlich trotzdem noch reichen, aber fürs erste mal Flohmarkt hat es schon ziemlich gut geklappt. Wenn du selbst noch Tipps für einen gelungenen Tag auf dem Trödelmarkt hast, dann schreib sie gerne in die Kommentare!

Ach übrigens: Ich habe auch einige selbstgemachte Dinge verkauft, wie zum Beispiel ein paar meiner kleinen Ledertäschchen und Stofftäschchen und diese riesige Reisetasche. Es ist also wieder Platz für neue Nähprojekte 🙂 Du darfst gespannt sein…

Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag, genieß das gute Wetter und vor allem: Viel Spaß auf deinem nächsten Flohmarkt!

Deine

annka-Unterschrift

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