Couchsurfing – Meine Erfahrungen

Während meines Bariurlaubes vor einigen Wochen habe ich das erste mal Couchsurfing ausprobiert. Ich war zwar schon länger angemeldet und hatte auch schon Leute zu mir eingeladen, allerdings hat es dann irgendwie nie geklappt. Meine ersten Erfahrungen hatte ich also als Couchsurferin in Italien. Gespannt wie ich es fande?

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Es ist mal wieder Ende des Semesters und diese Phase des Jahres, in der die Studenten mit hängenden Mundwinkeln und Augenliedern in die Bib stapfen, um sich all das in den Kopf zu pauken, was sie das letzte halbe Jahr hätten lernen sollen. Auch ich hänge mal wieder im Prüfungsstress fest und erfreue mich momentan jeder Menger Informationen über Emotionsregulation und Positiver Psychologie. Und was hilft besser, die Stimmung am Abend zu heben, als in Erinnerungen an den letzten Urlaub zu schwelgen…

Apulien kennen lernen, wie es einfacher nicht sein könnte

Ich habe dir schon Unmengen Fotos und Geschichten von meiner Reise nach Apulien präsentiert. Was den Urlaub für mich aber außerdem noch besonders gemacht hat, ist der Umstand, dass ich das erste Mal bei einem Couchsurfer übernachtet habe. Und es war genial! Zumindest im Großen und Ganzen. Aber jetzt erst mal ganz von vorne…

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Was ist eigentlich Couchsurfing?

Beim Couchsurfen geht es darum, dass man bei Reisen in fremde Städte oder Länder bei Einheimischen kostenlos übernachten darf. Wie viel „Schnickschnack“ der Local dir sonst noch anbietet, ist vollkommen ihm überlassen. Über www.couchsurfing.com findet man Leute auf der ganzen Welt, bei denen man schlafen kann oder die man zu sich nach Hause einladen kann. Es geht hier aber nicht nur um einen kostenlosen Schlafplatz, sondern auch darum, die Städte so kennen zu lernen, als würde man einen alten Freund besuchen. Man hat direkt Kontakt zur Kultur und den Menschen vor Ort und erlebt seinen Urlaub deshalb vielleicht weniger wie der typische Pauschaltourist. Die Couchsurfinghosts erhoffen sich davon meist nette Bekanntschaften und übernachten ja im Gegenzug vielleicht auch mal bei einem anderen Host.

Und wie war Couchsurfing in Bari?

Wir hatten einfach wahnsinniges Glück und haben für knapp eine Woche einen Host gefunden, der uns alle Vier aufgenommen hat! Unser Gastgeber war ein etwas zurückhaltender, höflicher und sehr aufmerksamer Mann, dessen Alter irgendwo zwischen 25 und 35 liegen muss. So genau war das wirklich schwer zu sagen, wenn er älter als 30 war, ist er auf jeden Fall jung geblieben 😉 Er hat sich wirklich sehr viel Mühe damit gemacht zu schauen, dass es uns gut geht.

Aus irgendeinem Grund hatte er in unserer Urlaubswoche super viel Zeit und war eigentlich rund um die Uhr mit uns unterwegs. Er hat uns direkt am ersten Abend in die Barkultur von Bari eingeweiht, war mit uns bei Konzerten und hat uns natürlich auch gleich erklärt, was man in der Stadt sonst noch so gesehen haben muss. Er hat uns an fast jedem Tag zu irgendeinem tollen Strand oder Städtchen gefahren, hat uns zu seiner Bandprobe eingeladen und uns italienischen Schinken und Mozarella mitgebracht. Das war einfach nur genial, besser als mit diesem privaten Tourguide hätten wir Apulien wirklich nicht kennen lernen können.

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Aber gibt’s da nicht auch Nachteile?

Kommt drauf an wie kompromissbereit du bist und was du dir von deinem Urlaub erwartest. Und natürlich auch ein bisschen auf deine Abenteuerlust oder dein Vertrauen in Menschen. Du übernachtest bei einem Fremden den du aus dem Internet kennst, dass hört sich natürlich etwas gruselig an. Diese Überwindung geht man mit Freunden auf jeden Fall leichter ein als allein. Außerdem bietet die Couchsurfing-Plattform wie viele Onlineportale einige Möglichkeiten die verschiedenen Hosts zu bewerten. So hast du schon bevor du Leute kontaktierst ein grobes Bild davon, wie andere diese Person emfunden haben, wie der Aufenthalt dort war und ob sie den Host oder den Couchsurfer weiterempfehlen würden. Wenn du dich total unwohl fühlst, kannst du die Sache natürlich auch wieder absagen. Such dir also als Alternative vielleicht noch ein Hostelzimmer, dass du zur Not noch beziehen kannst. Wie gesagt habe ich aber wirklich tolle Erfahrungen gemacht, also gibt’s hier erst mal keinen Grund zur Sorge 😉

Ein weiterer Punkt, den du auf jeden Fall beachten solltest, ist, dass dein Urlaub sicherlich anders ablaufen wird als in einem Hotel. Dein Host hofft natürlich auch darauf, dich näher kennen zu lernen oder hat vielleicht Lust dir das ein oder andere in seiner Heimat zu zeigen. Wenn du also nur zum Schlafen zu Hause bist und sonst deine geplanten Touren machst, kann das nicht so gut ankommen. Aber auch hier gilt: Das ist von Host zu Host unterschiedlich. Unseren persönlichen Touristenführer haben sicherlich nicht alle Couchsurfer. Aber das lässt sich ja auch super vor der Reise abstimmen, damit alle Beteiligte sich auf die gemeinsame Zeit vorbereiten können.

Mein Fazit

Mach das! Probiers einfach aus. Es war einfach nur Wahnsinn, wie viele Insiderinfos und Tips wir von unserem Host bekommen haben. Wir haben Bari und Apulien in wenigen Tagen so gut kennen lernen können, wie es anders nie möglich gewesen wäre. Dafür muss man aber auch spontan und flexibel sein und auch einfach Glück haben. Trotzdem glaube ich, dass Couchsurfen eine tolle Sache ist um die Kultur eines Landes schnell und direkt kennen zu lernen. Ich werde es auf jeden Fall wieder tun!

Erzähl mir doch von deinen Erfahrungen, ich freu mich über deine Geschichten!

Alles liebe, deine

annka-Unterschrift

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