1 Tag Roadtrip, Neuseeland – #30

Ein Roadtrip durch Neuseeland ist eine tolle Art das Land kennen zu lernen und an Orte zu kommen, die nicht auf der gewöhnlichen Touristenroute liegen. Diese Art zu reisen und auch das Land Neuseeland an sich führt aber irgendwie dazu, dass es schwer ist Blogartikel über ein bestimmtes Erlebnis zu schreiben. Zumindest habe ich damit irgendwie ein Problem.

Unsere Monate in Südamerika waren irgendwie anders. Ich erinnere mich sofort an einige Highlights, wie die Insel Chiloé, die Minen in Potosí, der Dschungel in Bolivien oder die Pinguine in Patagonien. Oder Machu Picchu und die Rainbow Mountains oder die Kraterwanderung in Equador. Oder oder oder. Der Karneval in Oruro war auch abgefahren. Ach das war irgendwie einfacher. Hier in Neuseeland ist die Landschaft das Besondere. Und die sieht man nun mal jeden Tag.

Wir machen hier auch tolle Wanderungen (zum Beispiel den Kepler Track oder das Tongariro Crossing) oder sehen mal eine tolle Stadt (Rotorua war was besonderes). Aber oft ist sie nicht besonders genug um viele Fotos zu machen, wie zum Beispiel in Wellington. Die Stadt hat mir zwar gut gefallen, war aber nicht wirklich außergewöhnlich. Ich wüsste wirklich nicht wie ich darüber einen kompletten Blogartikel schreiben sollte. Und so ist es oft. Man sieht schöne Landschaften, Gesteinsformationen, Berge, Strände, Tiere. Aber es reicht eben nie für einen Artikel. Und so kommt es, dass wir seit über zwei Monaten hier sind und ich erst vier Beiträge geschrieben habe.

Das liegt auf jeden Fall auch an unserer Art zu Reisen. Auf einem Roadtrip gibt es nun mal auch Tage, an denen nichts passiert. Und an so einem exemplarischen Tag möchte ich all den Interessierten, die mich immer fragen was wir eigentlich so machen, zeigen, wie ein Tag für uns in Neuseeland eben auch mal aussieht. Und zwar leider nicht ganz so spektakulär wie „Ich mache eine Weltreise“ klingt.

Morgens, 8:30 Uhr, ganz gemütlicher Start in den Tag

Wie es sich für einen echten Roadtrip gehört, schlafen wir natürlich im Auto. Da kann es morgens auch mal ganz schön kalt sein. Aber wir hatten Glück, an diesem Tag waren nur das Dach und der Boden von einer Eisschicht bedeckt, die Autofenster waren kaum gefroren. Außerdem hatten wir auf dem Campingplatz einen gemütlichen Essbereich, wo es nach einem  Skypetermin mit der Heimat erst mal Frühstück gab.

Danach haben wir den Luxus des unbegrenzten Internets noch etwas ausgenutzt und ein bisschen den Morgen verbummelt, sodass wir gegen 10 Uhr los kamen.

10:30 Uhr, on the Road

Für den Tag gab es nichts zu tun außer ein bisschen Strecke zu machen und eine schöne Angelstelle für meinen Reisebegleiter an einem Fluss in der Gegend zu finden. Gegen 11:30 Uhr waren wir also am Fluss und haben uns ein bisschen umgeschaut. Ich bin dann aber, weil es zwar sonnig aber ziemlich kalt war, doch ins Auto zurück und habe mich meinen Fotos vom Tongariro gewidmet.

13 Uhr, Lunch, wie jeden Tag

Etwas später haben wir Mittag gegessen, das gleiche wie fast jeden Tag. Weil es gut zu transportieren ist und uns beiden schmeckt. Und weil es günstig ist natürlich. Auch wenn das Brot hier nicht mit dem von zu Hause zu vergleichen ist…

Danach ging es zurück an den Fluss bzw. an den Laptop, ich habe noch ein bisschen Podcast gehört und mein Reisetagebuch gefüllt und gegen 15:30 Uhr haben wir uns auf den Weg in die nächste Stadt gemacht.

16 Uhr, on the Road again

In der Dämmerung sind wir in die nächstgrößere Stadt gefahren, waren noch schnell einkaufen und sind dann auf den Campingplatz, den wir uns am Morgen ausgesucht haben. Dann erst mal Einkäufe verstauen, Wäsche waschen und zum Aufwärmen noch einen Tee trinken.

19 Uhr, Dinner

Etwas später haben wir uns ein leckeres Abendessen aus den Pfannkuchen vom Vortag gekocht. Die Flädlesuppe hab ich leider vergessen rechtzeitig zu fotografieren 😉 Bis etwa halb 9 haben wir noch mit zwei Engländern gequatscht, den einzigen beiden andern Campern an diesem Abend. Und als dann endlich auch der Trockner fertig war, sind wir gegen 10 ins Auto und wie so oft unheimlich früh eingeschlafen. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum es über Neuseeland so wenig zu erzählen gibt – weil wir immer 10 Stunden des Tages verschlafen 😉

Wie du siehst, gibt es hier einfach ziemlich viele unspektakuläre Tage an denen wir langweilige Sachen wie Einkaufen und Wäsche waschen machen. Aber unterwegs sieht man dafür die hügelige Landschaft der Nordinsel und picknickt an irgendwelchen Orten zwischen Weiden und Wäldern. Aber eine besonders gute Story gibt das einfach nicht ab 😉 Das heißt natürlich nicht, dass das Reisen hier keinen Spaß macht, es ist einfach nur anders. Und manchmal vielleicht ein bisschen langweiliger als exotische Tiere in Bolivien zu beobachten.

Ganz liebe Grüße aus Neuseeland, deine

 

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